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Böses, böses Halloween?

Der Text beschreibt das Phänomen Halloween, seine positiven, jedoch auch seine negativen Aspekte.
Viele Menschen quält die Angst, dass durch das amerikanische Fest, das sich auch im deutschen Sprachraum immer heimeliger fühlt, die einheimische Kultur völlig verfremdet wird. Man spricht von der angeblichen „Versklavung der Austro-Seele durch die amerikanische Kürbis-Kultur“. Ein bekannter Kritiker der „Kürbis-Kultur“ ist der Grazer Soziologe Helmut Kuzmics, Herausgeber einer steirischen Literatur- und Kulturzeitschrift.
Ich habe den Eindruck, dass jetzt plötzlich alles aufgegriffen und kritisiert wird, was auch nur irgendwie mit dem amerikanischen zu tun hat.
Der erste Punkt der in dem Artikel „Böses, böses Halloween“ angesprochen wird, ist der englische Schriftaufdruck „I love it“ auf den T-Shirts der Angestellten der Fast-Food-Kette „Golden Arches“, der ins Deutsche übersetzt „Ich liebe es“ heißt.
In der heutigen Zeit ist nun mal Englisch die Weltsprache und gerade diesen Satz verstehen auch die meisten derjenigen, die mit der englischen Sprache nicht so vertraut sind. Und wenn sich die Marketingstrategen mit diesem Aufdruck etwas erhoffen, warum sollen sie es dann nicht so machen, dass es der Großteil der Menschen verstehen kann? Was für einen Sinn hätte es, wenn man es immer nur in der einheimischen Sprache druckt und sich dadurch viel Gewinn entgehen lassen, weil die Touristen es nicht verstehen? Ich bin der Meinung, dass selbst die Menschen, die gegen die Amerikanisierung sind, wenn man das in diesem Fall überhaupt sagen kann, das verstehen können. Wenn manche Menschen fremdsprachige Sätze schon als Angriff auf ihre Kultur sehen, warum treten sie dann nicht für eine vollkommene Abschaffung ausländischer Fast-Food-Ketten ein? Vielleicht, weil sie selber Gast von diesen „Eroberern“ sind?
Was meint Herr Kuzmics, wenn er sich über das angebliche „Paradoxon schwarzer Ghetto-Musik“ in den Lehrerhaushalten beschwert? Ich weiß es wirklich nicht…Heißt das, dass unsere österreichischen Lehrer in ihren Stereoanlagen CDs à la Tupac oder Dr. Dre spielen? Und wenn es so ist, dann frage ich mich wirklich: Was geht und das an? Jede Person hat einen individuellen Geschmack und es steht keinem zu, darüber zu urteilen, solange diese Menschen und Musikliebhaber ihren Mitmenschen in irgendeiner Weise schaden!
Dann gibt sich Helmut Kuzmics für einen Wahrsager aus und wirft einen Blick in die Zukunft, in der er die österreichischen Soldaten schon für Amerika kämpfen sieht. Und wieder frage ich mich, was das für einen Sinn hat, wenn das eigentliche Thema auf das hier und jetzt und auf das Vergangene bezieht…
Tatsache ist, dass Halloween eigentlich nur von den älteren Generationen als ein Problem und eine Bedrohung dargestellt wird. Sie fühlen ihre Kultur dadurch bedroht und das ganze Werbespektakel ist für sie nichts weiter als ein Amerikanisierungsprozess. Schön und gut, Amerika ist das mächtigste Land der Welt und ist allein größenmäßig Europa weit überlegen und dadurch hat es natürlich auch einen gewissen Einfluss auf den Rest der Welt. Viele von uns stimmen mit vielen Entscheidungen der „Amis“ auch nicht überein und sind deswegen nicht gut zu sprechen auf sie, aber ich finde, dass man deswegen nicht alles als einen Angriff einstufen darf. Ich glaube nicht, dass sich Amerikas Wirtschaftsstrategen zusammengesetzt haben und den kulturellen Übergriff der ganzen Welt geplant haben! Die haben sicherlich genug andere Probleme.
Einige Vorarlberger Gemeinden sind der Meinung, dass Halloween nichts weiter ist als eine „Brauchtumsverfälschung“ oder eine gute Gelegenheit, das Gesetz zu verletzen. Dass aber dieselben Politiker alljährlich am 5. Dezember um die Häuser torkeln, sei nur nebenbei erwähnt, und außerdem ist das ja sicher ganz was anderes!
In den Augen mancher hat der ORF womöglich etwas übertrieben mit der Behandlung des Themas „Halloween“ und einige Leute sind es sicher leid, ständig darüber berichtet zu bekommen, aber wenn sich dann wiederum andere doch wieder dafür begeistern können, warum soll man diesen „Quotenhit“ aus den Nachrichten weglassen?
Auch das Kärntner Heimatwerk muss herhalten, weil es angeblich den verwerflichen und kulturentfremdenden Charakter bestätigt hat. Ich stimme dem Herausgeber dieses Artikels, Werner Reichmann, auch zu, dass mir diese Reaktionen keinesfalls richtig erscheinen, auch wenn sie sowieso meiner Meinung widersprechen, weil, wie Herr Reichmann eben sagt, die Zeit, in der fremde Kultur als „Entartung“ abgetan wurde, noch nicht so lange zurückliegt.
Es stellt sich auch die Frage, ob diese Kulturpessimisten in allen Dingen so standhaft bleiben, wenn es um ausländische Kultur geht? Weil eigentlich sollten dann diverse Erfrischungsgetränke, aber auch ein feiner französischer Tropfen tabu für sie sein. Aber erscheint es glaubhaft, dass es wirklich so ist, oder bin ich vielleicht mit meiner Meinung nicht allein, dass das vielleicht nur eine panische Überreaktion derjenigen ist, die Angst vor dem übermächtigen „Feind“ haben.
Halloween ist meiner Meinung nach nichts weiter als ein Tag, wo man Spaß haben und sich mit Freunden treffen kann. Kleine Kinder können sich verkleiden und Süßigkeiten sammeln und Jugendliche können Halloween als Vorwand zum Feiern benutzen.
Die Einzigen, die sich bedroht fühlen von der „amerikanischen Kulturwelle“ sind die, die nicht einmal direkt betroffen sind.

By Verena Dornhofer



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